In jedem guten Staate muß jeder die Freyheit haben, ein Narr zu seyn;
nur darf der Narr mit seiner Narrheit niemand auf den Fuß treten,
weil das zu viele Störungen und Zänkereyen geben würde.
Wo die Narrheit an Schurkerey und Ausdruck von Malevolenz gränzt,
hat der Staat das Recht, ihr Grenzen zu setzen,
und eher nicht: nicht weil es Narrheit ist,
sondern weil es allgemein schädlich wird.
(aus: »Apokryphen« [geschr. 1806 und 1807])
~ Johann Gottfried Seume ~
deutscher Schriftsteller und Dichter; 1763-1810