Ausgewählter Beitrag

*Sonntagsantwort Nr. 18*


(Ein Projekt von »Sandra« und mir)

Meine Frage von letzter Woche lautete:
»Glaubst Du an die Vorhersehung?«

Au weia, das ist ja mal ein Lapsus…

Drauf gekommen bin ich aber erst, nachdem »Fred« seine Antwort auf diese Frage »hier ins Kommentarfeld« schrieb, und ich verblüfft über seine Auslegung des Wortes "Vorhersehung" war. Also schnell mal bei Wikipedia nachgeguckt – und festgestellt, daß dieses Wort dort gar nicht geführt wird. Ups…

Was ich natürlich meinte war: Die Vorsehung. Also, daß das Leben in irgendeiner Weise (meinetwegen auch von irgendwem/irgendwas) vorbestimmt ist und man eigentlich gar keine Möglichkeit mehr hat, diesem Schicksal zu entgehen.

Nein, daran glaube ich definitiv nicht. Jeder bestimmt sein Leben selbst, durch all dem, was er tut oder läßt, wie er sich anderen Menschen oder seiner Umwelt gegenüber verhält, wie er selbst von Schicksalsschlägen oder äußeren Einflüssen geprägt wird und darauf reagiert. Jeder Mensch ist meines Erachtens größtenteils sich selbst gegenüber selbstbestimmend.

Aber auch auf Freds Auslegung möchte ich gerne eingehen: Auch mir ist es schon passiert, daß ich etwas "kommen sah", also vorhergesehen habe. Und ich kenne es auch von meiner Oma, die oft mit ihren "Prophezeiungen" genau richtig lag; auch meine Mutti scheint dafür ein Gefühl zu haben. Wobei ich ehrlicherweise zugeben muß, daß es sich dabei durchweg um negative Ereignisse handelte, die ich in die Kategorie "Zweckpessimismus", der zufällig zutraf, einordnen würde.

Also auch daran glaube ich nicht so wirklich, dafür um so mehr an den Zufall.

Was meint ihr dazu? Ich bin wirklich gespannt auf eure Erfahrungen oder Meinungen dazu!

Nun ist Sandra wieder dran, die Frage für die nächste Woche zu stellen.

Einen lieben Gruß an alle LeserInnen und Sonntagsantwort-Interessierte!

»alle bisherigen Beiträge zu diesem Projekt«

.
.

Zitante 23.06.2019, 20.00

Kommentare hinzufügen


Kommentare zu diesem Beitrag

4. von O. Fee

@ Zitante: Apropos Vorsehung und A. Hitler:
Der Theologe Rainer Bucher analysierte in seinem Buch (Hitlers Theologie, Würzburg: Echter, 2008. Gebunden, 228 Seiten) Hitlers Gottverständnis.

Hitler bezog sich in seinen Reden und Schriften auffallend häufig auf einen allmächtigen Gott, der das deutsche Volk zur Weltherrschaft und ihn zum Führer im Kampf ausersehen habe. Der katholische Theologe Rainer Bucher hält dies nicht für bloße Taktik, um die Massen hinter sich zu scharen. Er entdeckt darin eine geschichtstheologische Legitimation, die auf die Zeitgenossen Hitlers äußerst attraktiv wirkte.

So propagierte Hitler noch am 8. November 1943, mehr als neun Monate nach der Niederlage von Stalingrad, im Münchener Löwenbräukeller seinen Glauben an die Vorsehung, die ihn ausersehen habe als Führer des arischen Rasse und des deutschen Volkes auf dem Weg zur Weltherrschaft:

„Auch ich bin religiös, und zwar tief innerlich religiös. Und ich glaube, dass diese Vorsehung die Menschen wägt, und dass derjenige, der vor den Prüfungen und unter den Prüfungen der Vorsehung nicht bestehen kann, der an ihnen zerbricht, dass der von der Vorsehung nicht bestimmt ist zu Größerem, dass das eine in der Natur gegebene Notwendigkeit ist, dass nur aus einer Auslese die Stärkeren übrig bleiben. Und ich möchte es hier ruhig aussprechen: Wenn mein eigenes Volk an einer solchen Prüfung zerbrechen würde, könnte ich darüber dann keine Träne weinen, es hätte nichts anderes verdient. Das würde sein eigenes Schicksal sein, das es sich selbst zuzuschreiben hat. Das glaube ich aber nie und nimmer.“


vom 12.07.2019, 02.44
Antwort von Zitante:

@O. Fee: Diese Ideen zeugen m.E. einmal mehr von der geistigen Verwirrung des Diktators.
3. von Gudrun Kropp

Ein spiriituell ausgerichteter Mensch wird früher oder später seine "Vorsehung" erkennen, denke ich mal - das heißt, entweder erfährt er schon ziemlich früh, wie sein Weg im Groben verlaufen wird und später im reiferen Alter wird ihm detaillierter seine Aufgabe klar. Ich glaube, dass es einem nur bewusst wird, wenn man es wissen will - also nach dem Sinn des Daseins fragt. Irgendwie fällt mir auch noch der Spruch ein: "Der Mensch denkt und Gott lenkt."
Ein Mensch kann durchaus auch schon mit der Geburt für etwas vorgesehen sein, um dann im Leben diesen Plan umzusetzen ... und doch bestimmt jedes Individuum die Art und Weise selbst - wie du Helga und Chrsita es auch beschreibt. Aber irgendwie ist und bleibt es auch Schicksal - aber im positiven Sinne - man wird von etwas Höherem gelenkt ... so dass waren meine spontanen Gedanken zu der Frage ...
Ob es auch eine Vorsehung in dem Sinne gibt, wie O. Fee es beschreibt, das kann ich nicht sagen ...



vom 08.07.2019, 22.33
Antwort von Zitante:

Danke für Deine Gedanken dazu, Gudrun.
2. von O. Fee

Laut Duden ist die Vorsehung über die Welt herrschende Macht, die in nicht beeinflussbarer oder zu berechnender Weise das Leben der Menschen bestimmt und lenkt. Von allen Wörtern, die irgendetwas mit dem schicksalshaften Ereignissen eines Menschenlebens zu tun haben, ist die „Vorsehung“ am meisten mit der unrühmlichen Nazizeit belastet, da der hysterischer Mensch mit dem kleinen Schnurbart und österreichischer Abstammung dieses Wort oft verwendet hat und glaubte, durch die Vorsehung dazu bestimmt worden zu sein, was er geworden ist: nämlich einer der größten Massenmörder aller Zeiten.

vom 08.07.2019, 16.45
Antwort von Zitante:

Für mich ist die Vorsehung erstrangig ein Begriff aus dem Bereich des Glaubens, also ein religiöser Begriff. Nur in diesem Zusammenhang kannte ich ihn.

Der von Dir geschilderte Zusammenhang war mir gänzlich unbekannt.
.
1. von Helga Sievert-Rathjens

Diese Frage möchte ich gerne mit einem hoffnungsvollen Ja beantworten. Ich glaube, dass wir einen Auftrag in jedem Leben haben. Z.B. du wirst geboren und für dich ist das oder das vorgesehen. Dies oder das wird dir im Leben begegnen und deine Aufgabe ist es alles verstehen lernen und am Ende dann deine Aufgabe (egal welche es bei jedem ist) erfüllen. Innerhalb deines Weges dahin hast du immer die Wahl über dich und dein Leben, aber die Aufgabe muss am Ende erfüllt werden.

Insofern stimme ich dir Christa zu, nur dass alle Prüfungen daraus hinauslaufen, etwas bestimmtes zu lernen und zu wachsen.
Ich habe keine Ahnung wie ich darauf komme, aber mir ist so, als hätte ich schon immer gewusst dass es so ist.


vom 05.07.2019, 00.04
Antwort von Zitante:

Zitat von Dir, liebe Helga:: »Innerhalb deines Weges dahin hast du immer die Wahl über dich und dein Leben, aber die Aufgabe muss am Ende erfüllt werden.«

Das gefällt mir sehr. Wenn man einmal die Wahl getroffen bzw. sich für eine bestimmte Aufgabe entschieden hat, hat man dafür geradezustehen.
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3
2019
<<< Juli >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01020304050607
08091011121314
15161718192021
22232425262728
293031    
Letzte Kommentare
Marianne:
Beides hat seine Berechtigung: Arbeit und Erh
...mehr
SM :
...und Arbeit die Würze des Lebens? Oder "not
...mehr
Quer:
Oh ja, diese Weisheit hat seit den "alten Gri
...mehr
Monika:
Man lernt ja aus den Fehlern...
...mehr
Helga Sievert-Rathjens:
Der Spruch stimmt total, mir geht immer das H
...mehr
Gudrun Kropp:
Ich finde die Grafik wiederum sehr originelll
...mehr
Hanni 2:
Zu diesem wunderschönen und wahren Spruch wur
...mehr
SM :
Der angenehmste Platz vielleicht.
...mehr
SM :
Wobei es einen Unterschied gibt zwischen "bej
...mehr
Edith Tries:
Wer eigene Schwächen zugeben kann bzw zu ihne
...mehr
Achtung!
Diese Seite unterliegt dem Urheberrecht.
Es ist deshalb nicht erlaubt,
ohne meine Zustimmung
Beiträge zu kopieren und
anderweitig zu veröffentlichen.
Kontakt: siehe Impressum