Ausgewählter Beitrag

*Sonntagsantwort Nr. 12*


(Ein Projekt von »Sandra« und mir)

Meine Frage von letzter Woche lautete:
»Was empfindest Du als "rücksichtslos"?«

Die meiste Rücksichtslosigkeit von Mitmenschen erlebe bzw. empfinde ich im Straßenverkehr.

Die Autofahrer ärgern mich gewaltig, wenn sie (insbesondere auf der Autobahn) drängeln; mehrere Parkplätze für ihr Auto in Anspruch nehmen; Geh-/Fahrradwege zuparken; kurz vor ankommende Fußgänger/Fahrradfahrer abbiegen und ihnen den Weg abschneiden; und Fahrradfahrer, die auf die Straße angewiesen sind, weil es keinen ausgebauten Radweg gibt, mit viel weniger als Mindestabstand überholen.

Fahrradfahrer ärgern mich, wenn sie auf gemeinsamen Geh- und Radwegen aggressiv die Fußgänger wegklingeln; die Straße nutzen, obwohl es parallel gut ausgebaute Radwege gibt (das machen oftmals die sehr sportlichen Radler); auf der falschen Seite fahren, obwohl es auf der richtigen Seite ebenfalls einen Radweg gibt. Ich lese auch oft von sogenannten "Kampfradlern", damit machte ich zum Glück noch keine Bekanntschaft; ich glaube, die sind wohl mehr in den Großstädten unterwegs...

Es sind die Fußgänger, die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die sich am verständnisvollsten im Straßenverkehr verhalten. Aber auch da gibt es Mitmenschen, die einfach keine Rücksicht nehmen wollen.

Ich bin auf allen drei Arten unterwegs und immer bemüht, die jeweils anderen Verkehrsteilnehmer so wenig wie möglich zu behindern. Beachte die Regeln und bewege mich achtsam. Natürlich schließe ich nicht aus, daß mir Fehler passieren – niemals aber würde ich bewußt bzw. absichtlich andere behindern.

Einen guten Start in eine neue Woche wünsche ich euch!

»alle bisherigen Beiträge zu diesem Projekt«

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Zitante 12.05.2019, 20.00

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von Helga Sievert-Rathjens

Dem kann auch ich nur zustimmen. Kampfradfahrer kenne ich, in Hamburg sieht und fühlt man sie überall. Meist sind es Fahrradboten, die davon ausgehen, dass alle Welt weiß wie schwer sie arbeiten und nie Zeit haben. Da muss natürlich alles weichen, ob Kind, alt, Fußgänger, Auto und andere Radfahrer. Man wird wüst beschimpft, wenn man nicht direkt zur Seite springt oder es nicht gesehen hat, wenn sie einen re. in einem Radrennfahrertempo überholen. Wie gefährlich sie für sich selber und andere sind, wird gar nicht wahrgenommen.

Was ich aber als sehr rücksichtslos empfinde ist der allgemeine Egoismus in fast allen Situationen. Es wird einfach nicht mehr darüber nachgedacht, ob es auch noch andere Menschen auf der Welt gibt, die andere Interessen und vor allem Bedürfnisse haben.
Eine total egoistische Gesellschaft wird gerade heranwachsen. Alte Leute werden zur Seite geschoben oder beschimpft als "schon Tote", die einfach nicht ins Grab wollen (das habe ich hier in diesen Dorf schon erlebt) Es ist hier ein Altersheim in der Nähe, und direkt gegenüber ein Studentenwohnheim. Das sagt irgendwie schon alles.
Was ich auch als rücksichtslos empfinde ist die allgemeine Raffgier. Ich kann es mir nur so erklären, dass diese Menschen Bedürftige sind, die meinen im Leben zu kurz gekommen zu sein. Der Verfall des Sozialverhaltens schreitet nicht mehr, er rast in einem erschreckenden Tempo durch fast alle Schichten. Erschreckend und beängstigend.
Rücksichtslos empfinde ich auch, wenn jemand sich an anderen aufbaut. Sie nieder macht um sich besser zu fühlen. Beispiele sind: selber ein paar Kilo abgenommen und schon macht man andere, die nicht magermodelldünn sind, lächerlich. Selber mal geraucht und schon macht man die Nochraucher nieder. Diese Beispiele kann man unendlich fortführen. Es gibt keine Achtung der Würde mehr, weder Mensch noch Tier gegenüber.
Das klingt nun sehr verzweifelt und auch hoffnungslos. Aber zum Glück kenne ich noch Menschen, und es begegnen mir auch immer wieder einige wenige, die anders fühlen und handeln. Die bauen mich dann wieder auf und die Hoffnung ist groß, dass es irgendwann auch den rücksichtslosen Menschen auffällt, dass sie so keine menschliche Beziehung aufbauen können.


vom 15.05.2019, 13.53
Antwort von Zitante:

Ich empfinde die Umgangsformen untereinander auch immer mehr als egoistisch. Manchmal meine ich, die jungen Leute bekommen von zu Hause gar nicht mehr beigebracht, was Respekt und Anstand oder sogar nur ein freundliches Miteinander für alle Mitmenschen bedeutet. Dann denke ich wiederum an die alten griechischen oder römischen Philosophen, die auch genau das in ihren Sprüchen verurteilten. Ob es heutzutage schlimmer ist als früher?
Ja, es wäre gut, wenn Rücksichtslosigkeit strenger bestraft würde, mit schmerzlichen Erfahrungen z.B., aber gerne auch vor dem Gesetz...
1. von SM

Dem kann ich voll zustimmen. Ich lebe ebenfalls nicht in einer Großstadt. Was sich tagtäglich auf der Straße abspielt, ist mit "aggressiv" noch milde ausgedrückt.

Typische Situationen beim Autofahren sind z.B.: Jemand kommt aus einer Seitenstraße herausgeschossen, nimmt mir die Vorfahrt und schaut dabei demonstrativ weg. Oder: Die Ampel ist rot, ein Motorradfahrer zieht rechts an den wartenden Autos vorbei, ich bekomme jedes Mal einen Schrecken.
Dazu kommt zu dichtes Auffahren, den Vogel zeigen, wenn man auf eine vermeintlich gutgemeinte Geste nicht gleich eingeht usw. Die Liste lässt sich fortsetzen.

Vor Kurzem habe ich eine Sendung im Fernsehen angeschaut, da ging es um die verrohte deutsche Gesellschaft.
Laut dieser Recherche werden Beamte, Polizisten, sogar Ärzte und Pfleger, in zunehmendem Maße beschimpft und angegriffen.
In einem Dossier unserer Zeitung haben Menschen vor Kurzem zu mehr Respekt aufgerufen. Den brauchen wir dringend, meint SM..mit einem Gruß in die Runde


vom 14.05.2019, 20.20
Antwort von Zitante:

Eine verrohte Gesellschaft – ja, das Gefühl habe ich auch. Insbesondere das Anpöbeln von Menschen, die sich um Recht und Ordnung bemühen, oder auch von Ehrenamtlichen, ist nicht zu tolerieren.
Einen lieben Gruß zurück!
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