Ausgewählter Beitrag

*Friedrich Ludwig Jahn*

Es gibt kein Stillmittel gegen
die Anforderungen des Herzens, als Thätigkeit;
gegen die Grübelgespenster, womit der Geist sich plagt;
kein Bannen, als Beschäftigung.

(aus: »Deutsches Volksthum«)
~ Johann Friedrich Ludwig Christoph Jahn ~, genannt: Turnvater Jahn
deutscher Pädagoge und Initiator der deutschen Turnbewegung; 1778-1852

Zitante 11.08.2019, 10.00

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Kommentare zu diesem Beitrag

4. von Gudrun Kropp

@ SM ja, es sind abwechselnd zwanghafte, aber auch zunehmend und völliig belanglose Sachen, die ich von außen durch Reize aufnehme und die ich nicht wieder los werde, weil ich eben bisher dagegen ankämpfte und die Angst vor einem neuen "Gedanken" schon so gut wie vorprogrammiert ist, oder war. Das ist es, was ich nun abgelegt habe, denn das dagegen Ankämpfen hat diese Sachen erst recht heraufbeschwört. Das wollte ich zum Ausdruck bringen. Im Grunde ist es das, was SM aus eigener Erfahrung beschreibt. Danke!
@ christa: Nein, liebe Christa, so meinte ich das nicht, wie du es formuliert hast: "dass man sich den Gegebenheiten unterzuordnen habe, hat da leider auch nicht geholfen. (Ich ordne mich dem Problem niicht unter, das wäre in meinen Augen Resignation) ... Ist ein "Problem" nicht mehr aktuell, wendet man sich dem nächsten zu... " nein, sondern ich sag mir: du kannst dagegen nicht ankämpfen, dich damit beschäftigen, lass das Problem los! Ich übergebe es einer größeren göttlichen Dimension, wenn du so willst.
@ Helga: nein, das glaube ich eben auch nicht, dass man Zwanggrübeleien (echte) mit einer Tätigkeit bewältigen kann, das funktioniert bei mir nicht. Ich muss eine Art Strategie haben wie SM es auch beschreibt ... danke euch auch für eure ehrlichen Meinungen dazu .. das tut gut.

vom 11.08.2019, 22.19
Antwort von Zitante:

Danke, liebe Gudrun und SM, für diese ausführlichen Erläuterungen!
Ich wünsche euch und allen Betroffenen die richtige Strategie zur Bewältigung des Zwangs!...
3. von SM

Sollte es sich wirklich um Zwangsgedanken handeln, kann man es trainieren ihnen langfristig die Macht zu nehmen, indem man sie als solche erkennt und sie sozusagen im Hintergrund ablaufen lässt, ihnen aber keine Bedeutung mehr zuschreibt. Ich kenne mich leider damit aus. Insofern kann ich dem, was Gudrun Kropp geschrieben hat, zustimmen.
Es ist ein typisches Merkmal von Zwangserkrankungen, dass Ablenkung durch Beschäftigung kaum möglich ist.
Was mir persönlich hilft, ist Bewegung, einen Kurs im Fitness-Studio zu machen. Und ich habe festgestellt, dass manche Gerüche, ätherisches Orangen-Öl zum Beispiel, sich positiv auf mein Gehirn auswirken.
Abgesehen davon habe ich mich sehr über die persönlichen und ehrlichen Beiträge heute gefreut.

vom 11.08.2019, 20.38
2. von Helga Sievert-Rathjens

Ich habe diesen Spruch wohl falsch interpretiert. Meinte er wirklich man kann den Grübelzwang mit einer Tätigkeit bannen?
Meine Erfahrung i.S. Grübelzwang ist, tief hinein gehen und es bis auf den Grund durchdenken. Das hilft mir. Ich werfe es so lange in mir hin und her bis ich es von allen Seiten beleuchtet und verstanden habe. Auch wenn ich dem Grundproblem dann nicht auf die Schliche komme, aber mir selber schon. Nämlich warum ich immer weiter darüber grübeln muss. Irgendwann komme ich drauf, es ist wie es ist, und ich kann es nicht ändern und ich muss es auch nicht. Mir hilft das. Somit ist meine Methode liebe Gudrun, genau die, die auch du anwendest.
Ablenkung durch Beschäftigung mag kurzfristig helfen, doch bei mir ist sicher, dass es irgendwann in kürzester Zeit wieder auftaucht. Dann müsste ich mich wieder ablenken... bis an mein Lebensende? Nö - lächel.

vom 11.08.2019, 14.13
Antwort von Zitante:

Sich selbst auf die Schliche zu kommen, warum und wieso man seinen Grübelzwängen nicht be- bzw. entgegnen kann, ist m.E. die größte Herausforderung.

Mir hat Ablenkung vom Problem immer geholfen. Immer und immer wieder, so lange, bis es nachrangig wurde.

Gibt es tatsächlich Grübeleien, von denen man sich bis zum Lebensende nicht verabschieden kann? So tiefgründig philosophisch bin ich zum Glück nicht gestrickt...
1. von Gudrun Kropp

Da ich auch des Öfteren von Grübelzwang befallen werde, glaube ich nicht, dass sich dieser mit einer Tätigkeit oder Beschäftigung einfach auflöst - das Problem bei hochsensiblen Menschen ist es, dass sie diesen Grübelzwang dauernd abwehren wolllen, was - aus eigenener Erfahrung - nicht gelingen kann. Ich lasse diesen Grüblezwang seit kurzem zu und sag mir: es ist jetzt so und ich kann mich nicht dagegen wehren. Seitdem geht es mir besser. Ich weiß, dass nicht wenige Menschen unter Grübelzwängen - und das sind nicht mal einfach so Gespenster, die kurz auftauchen - leiden ...
einen lieben Gruß an alle Schreiberlinge und an Christa ...

vom 11.08.2019, 11.44
Antwort von Zitante:

Das Wort "Grübelzwang" begegnet mir in Deinem Kommentar, Gudrun, das erste Mal. Und im ganz engen Verwandtschaftskreis kenne ich einen Menschen, der ebenfalls davon betroffen ist.

Leider haben mir meine – zugegebenermaßen sehr unprofessionellen Ratschläge – nicht geholfen. Die von Dir gefundene Einsicht, daß man sich den Gegebenheiten unterzuordnen habe, hat da leider auch nicht geholfen. Ist ein "Problem" nicht mehr aktuell, wendet man sich dem nächsten zu und steigert sich in Überlegungen, wie man dem begegnen kann/soll.

Mir hat eine gezielte und konsequente Tätigkeit in solchen Fällen immer sehr geholfen.

Einen lieben Gruß zurück!
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